
Wenn der Marder das Dach als Quartier entdeckt
In Hanglagen mit großen Dachflächen und altem Baumbestand finden Marder oft mühelos einen Weg unter die Ziegel. Was dann zu tun ist und was das Gesetz dazu sagt.
- Nächtliche Laufgeräusche
- Kratzspuren am Dachrand
- Geruch im Dachraum
Wer in einer Hanglage von Wiesbaden wohnt, kennt die nächtlichen Geräusche über der Zimmerdecke gut: ein Trappeln, ein Rutschen, manchmal ein dumpfes Poltern gegen zwei Uhr morgens. Häufig steckt ein Steinmarder dahinter, der sich im Dachstuhl ein Quartier eingerichtet hat. Besonders Häuser mit Anschluss an alte Bäume bieten ihm eine bequeme Kletterroute bis zum Dachrand.
Die Villenlagen an den Hängen, etwa in Sonnenberg oder Richtung Naurod, sind für diese Tiere attraktiv, weil große Dachflächen viele mögliche Einstiegsstellen bereithalten. Ein loses Ziegelstück, eine offene Lüftungsöffnung oder ein morscher Traufkasten genügen bereits. Wer den Verdacht hat, sollte nicht sofort selbst ins Dach steigen, sondern zunächst den Befund in Ruhe beobachten.
Warum gerade diese Lagen betroffen sind
Der Steinmarder ist ein geschickter Kletterer, der Bäume als natürliche Brücke zum Dach nutzt. In Hanglagen stehen Gebäude und Baumkronen oft auf ähnlicher Höhe, sodass der Sprung vom Ast zum Dachrand kein Hindernis darstellt. Große, verschachtelte Dachflächen mit vielen Kanten, Gauben und Anbauten bieten zusätzlich reichlich Versteckmöglichkeiten für einen vorsichtigen Einstieg.
Einmal im Dachraum angekommen, richtet sich der Marder häufig in der Dämmung ein, die er als weiches Lager schätzt und dabei beschädigt. Er ist in der Regel kein Dauerbewohner an einem Ort, sondern wechselt zwischen mehreren Quartieren, kehrt aber saisonal zurück. Das erklärt, warum manche Häuser über Jahre immer wieder betroffen sind, während benachbarte Gebäude verschont bleiben.
Was nach dem Anruf geschieht
Der Ablauf ist bei einem Marder im Dach vergleichsweise klar strukturiert und beginnt mit einer ersten Einschätzung am Telefon.
- Anruf und SchilderungSie schildern Geräusche, Zeitpunkt und vermutete Einstiegsstellen, damit die Lage schon vorab richtig eingeschätzt werden kann.
- TerminvereinbarungIm Anschluss wird ein Termin für eine Begehung des Dachs und der zugänglichen Bereiche vereinbart, meist zeitnah.
- Begehung vor OrtEine Fachkraft prüft Dachraum, Einstiege und Kletterwege an Bäumen oder Fassaden und ordnet den Befund fachlich ein.
- Vergrämung und VerschlussNach der Begehung folgen geeignete Maßnahmen zur Vergrämung sowie der fachgerechte Verschluss der gefundenen Zugänge.
- Unauffällig vor OrtFahrzeug und Kleidung ohne Firmenschriftzug, kein Aufsehen im Treppenhaus.
- Erst hören, dann fahrenAm Telefon wird die Lage besprochen, bevor eine Fachkraft losfährt.
Was den Befall im Dach kennzeichnet
Bestimmte Anzeichen deuten recht sicher auf einen Marder im Dach hin und lassen sich auch ohne Zugang zum Dachraum feststellen.
- Nächtliche LaufgeräuscheTrappeln und Rutschen über der Decke treten meist in den späten Abend- und frühen Morgenstunden auf, seltener tagsüber.
- Kratzspuren am DachrandFrische Kratzer an Holzverkleidungen oder Fallrohren zeigen häufig genutzte Kletterrouten und mögliche Einstiegsstellen.
- Geruch im DachraumEin strenger, deutlicher Geruch entsteht durch Kot- und Urinspuren, die der Marder an festen Stellen im Quartier ablegt.
- Beschädigte DämmungZerwühlte oder verschobene Dämmmaterialien weisen auf ein eingerichtetes Nachtlager im Zwischendach hin.
- Rangeleien im FrühjahrZur Paarungszeit im Frühjahr werden Laute und Aktivität im Dach hörbar lauter und häufiger als sonst im Jahr.
Unsicher? Beschreiben Sie es uns am Telefon
Am Telefon klären wir, was ansteht.
Vier verbreitete Irrtümer
Beim Umgang mit einem Marder im Dach entstehen leicht falsche Vorstellungen, die die Lage eher verschlimmern als lösen.
- Marder einfach töten lassenDer Steinmarder unterliegt dem Jagdrecht und darf nicht getötet werden, erlaubt sind nur Vergrämung und der Verschluss von Zugängen.
- Einstiege sofort dauerhaft verschließenWird der Zugang verschlossen, während der Marder noch im Dach ist, sperrt man ihn ohne Fluchtweg ein und schafft neue Probleme.
- Nur den Lärm bekämpfenWer allein Geräuschquellen dämpft, beseitigt nicht die Ursache, sondern verzögert lediglich die eigentliche Lösung.
- Mieter muss selbst handelnDer Befall ist grundsätzlich Sache des Vermieters, der Mieter muss ihn lediglich unverzüglich anzeigen und die Behandlung dulden.
Was am Ende zählt
Ein Marder im Dach ist in Hanglagen wie den Wiesbadener Villenvierteln kein seltener Einzelfall, sondern folgt einem erkennbaren Muster aus Baumnähe und großer Dachfläche. Wichtig ist, den Zugang erst nach fachlicher Einschätzung zu verschließen und rechtliche Vorgaben zum Artenschutz zu beachten. Bei anhaltenden Geräuschen oder deutlichen Schäden an Dämmung und Holzteilen lohnt sich eine Begehung durch eine Fachkraft, bevor Eigenversuche die Lage verschärfen.
Mehr zum Thema auf der Leistungsseite Marder — mit Verfahren, Ablauf und häufigen Fragen.
Steinmarder unterliegen dem Jagdrecht; keine Tötung, sondern Vergrämung und Verschluss der Zugänge.
Wo wir unterwegs sind
Der Ratgeber gilt für ganz Wiesbaden. Auf den Seiten der Stadtteile steht, was dort durch Lage und Bebauung besonders häufig vorkommt.
Dazu wird häufig gefragt
Darf ich einen Marder im Dach selbst fangen oder töten?
Nein, der Steinmarder unterliegt dem Jagdrecht. Erlaubt sind ausschließlich Vergrämung und der fachgerechte Verschluss von Einstiegsstellen, keine Tötung.
Wann im Jahr tritt der Befall am häufigsten auf?
Marder sind das ganze Jahr über aktiv, die Belastung steigt jedoch im Frühjahr während der Paarungszeit deutlich an, wenn Aktivität und Geräusche zunehmen.
Wer trägt bei einer Mietwohnung die Verantwortung?
Der Befall ist in der Regel Sache des Vermieters. Der Mieter muss ihn unverzüglich anzeigen und die anschließende Behandlung im Dachraum dulden.
Woran erkenne ich, ob es sich tatsächlich um einen Marder handelt?
Typisch sind nächtliche Laufgeräusche, Kratzspuren am Dachrand, ein strenger Geruch im Dachraum und zerwühlte Dämmung, besonders in Nähe zu Bäumen.
Fall schildern
Wir rufen zurück und klären, was ansteht. Wer den Termin übernimmt, steht im Gespräch und danach schriftlich fest.


