
Wenn der Bach unter der Stadt liegt: Ratten an Ufer und Kanal
In Wiesbaden verlaufen manche Bäche verdeckt durch Rohre und Kanäle. Genau diese Wege nutzen Ratten, um von den Ufern bis in Hinterhöfe und Keller vorzudringen.
- Laufspuren an Wänden
- Nagespuren an Material
- Kotspuren im Hof
Wer in einem Hinterhof plötzlich Ratten entdeckt, obwohl kein offenes Gewässer in Sicht ist, wundert sich zu Recht. Viele Bäche in Wiesbaden fließen streckenweise unterirdisch durch Rohrsysteme, die mit dem Kanalnetz verbunden sind. Diese verdeckten Läufe bieten Ratten einen geschützten, meist trockenen Weg mitten durch die Stadt, weit weg von jedem sichtbaren Wasser.
Ein Grundstück in Biebrich oder Schierstein kann also auch dann betroffen sein, wenn der nächste Bach mehrere Straßenzüge entfernt zu sein scheint. Die Tiere folgen dem Kanalsystem und tauchen dort auf, wo sie Nahrung, Wasser und einen Unterschlupf finden. Ein Hinterhof mit Mülltonnen oder ein Komposthaufen wirkt auf sie besonders anziehend, wenn er in der Nähe eines solchen Zugangs liegt.
Warum Bachläufe und Kanäle zusammenhängen
Historisch wurden viele kleinere Bäche in Wiesbaden im Zuge der Stadtentwicklung verrohrt und in die Kanalisation eingebunden, um Platz für Straßen und Bebauung zu schaffen. Dadurch entstand ein Netz aus unterirdischen Wasserwegen, das sich stellenweise mit dem regulären Abwassersystem überschneidet. Für Ratten bedeutet das einen durchgehenden, dunklen Korridor, auf dem sie sich weitgehend ungestört bewegen können.
Von diesen Korridoren aus erreichen die Tiere Hausanschlüsse, defekte Rohrverbindungen oder undichte Kanaldeckel und gelangen so in Keller, Höfe oder Gärten. Ein Befall am Ufer eines sichtbaren Bachabschnitts, etwa im Bereich Rambach oder Sonnenberg, kann sich deshalb rasch auf umliegende Grundstücke ausweiten. Wer die Zusammenhänge kennt, versteht auch, warum die Bekämpfung selten mit einem einzelnen Köder erledigt ist.
Was Sie als Grundstückseigentümer tun können
Bevor eine Fachkraft eingeschaltet wird, lassen sich einige Beobachtungen und Maßnahmen selbst vornehmen.
- Umgebung prüfenGehen Sie den Hof, den Garten und angrenzende Mauern ab und notieren Sie, wo Spuren oder Löcher auffallen.
- Nahrungsquellen sichernMülltonnen, Komposthaufen und Tierfutter sollten dicht verschlossen oder nicht mehr frei zugänglich sein.
- Zugänge kontrollierenPrüfen Sie Kellerfenster, Rohrdurchführungen und Kanaldeckel auf Lücken, durch die Tiere eindringen könnten.
- Anruf bei unsSchildern Sie am Telefon, was Sie beobachtet haben; wir schätzen den Fall ein und vereinbaren einen Termin.
- Unauffällig vor OrtFahrzeug und Kleidung ohne Firmenschriftzug, kein Aufsehen im Treppenhaus.
- Erst hören, dann fahrenAm Telefon wird die Lage besprochen, bevor eine Fachkraft losfährt.
Anzeichen, auf die Sie achten sollten
Ein Befall kündigt sich meist durch mehrere kleine Beobachtungen an, bevor er offensichtlich wird.
- Laufspuren an WändenDunkle, fettige Schmierspuren entlang von Mauern oder Rohren entstehen durch das Fell der Tiere auf ihren festen Wegen.
- Nagespuren an MaterialFrische Nagespuren an Holz, Kunststoffrohren oder Kabeln deuten auf regelmäßige Aktivität in der Nähe hin.
- Kotspuren im HofKleine, spindelförmige Kotspuren entlang von Mauerkanten oder in Ecken sind ein deutliches Zeichen für Rattenbefall.
- Löcher am UferErdlöcher mit einem Durchmesser von mehreren Zentimetern nahe Böschungen oder Kanalschächten weisen auf Baue hin.
- Geräusche in WändenKratz- und Scharrgeräusche hinter Verkleidungen oder in Zwischendecken treten häufig in den Abend- und Nachtstunden auf.
Unsicher? Beschreiben Sie es uns am Telefon
Am Telefon klären wir, was ansteht.
Häufige Irrtümer rund um Ratten am Bach
Manche Annahmen führen dazu, dass ein Befall länger unentdeckt bleibt oder falsch behandelt wird.
- Kein Bach in Sicht, also keine GefahrAuch verdeckte, unterirdisch verlaufende Bäche und das Kanalnetz bieten Ratten einen Weg bis auf entfernte Grundstücke.
- Einzelne Köder reichen ausBei einer Verbindung zum Kanalsystem kehren Tiere häufig zurück, wenn nicht die Zugänge und Ursachen mitbetrachtet werden.
- Der Mieter ist zuständigIn der Regel ist die Bekämpfung Sache des Vermieters; der Mieter muss den Befall lediglich unverzüglich anzeigen und die Behandlung dulden.
- Das Ordnungsamt bekämpft selbstBei Befall auf privatem Grund ist die Allgemeine Gefahrenabwehr im Ordnungsamt zuständig für die Aufsicht, die Bekämpfung obliegt aber dem Grundstückseigentümer.
Was am Ende zählt
Ratten entlang verdeckter Bachläufe sind kein Zeichen von Unordnung, sondern eine Folge der Wege, die das Kanalnetz durch Wiesbaden zieht. Wer Anzeichen früh erkennt, Zugänge sichert und bei Unsicherheit anruft, verschafft sich Klarheit über das Ausmaß. Wir nehmen den Anruf entgegen, schätzen die Lage ein, vereinbaren einen Termin und schicken eine Fachkraft, die sich vor Ort ein genaues Bild macht.
Mehr zum Thema auf der Leistungsseite Ratten — mit Verfahren, Ablauf und häufigen Fragen.
Bei Rattenbefall auf dem eigenen Grundstück ist die Allgemeine Gefahrenabwehr im Ordnungsamt der Stadt Hanau die zuständige Stelle; die Bekämpfung ist Sache des Grundstückseigentümers.
Wo wir unterwegs sind
Der Ratgeber gilt für ganz Wiesbaden. Auf den Seiten der Stadtteile steht, was dort durch Lage und Bebauung besonders häufig vorkommt.
Mehr aus dem Ratgeber
Dazu wird häufig gefragt
Warum tauchen Ratten auch weit weg vom sichtbaren Bach auf?
Viele Bäche in Wiesbaden verlaufen streckenweise verrohrt und sind mit dem Kanalnetz verbunden, sodass Ratten diesen Weg bis in entfernte Höfe nutzen können.
Wer ist bei Rattenbefall auf dem eigenen Grundstück zuständig?
Die Allgemeine Gefahrenabwehr im Ordnungsamt ist die zuständige Stelle, die eigentliche Bekämpfung obliegt jedoch dem Grundstückseigentümer selbst.
Muss ich als Mieter den Befall selbst bekämpfen?
Nein, in der Regel liegt die Bekämpfung beim Vermieter. Sie müssen den Befall lediglich unverzüglich melden und die Behandlung im Anschluss dulden.
Was passiert, wenn ich bei Ihnen anrufe?
Am Telefon schildern Sie die Beobachtungen, der Fall wird eingeschätzt, ein Termin wird vereinbart und anschließend kommt eine Fachkraft zu Ihnen.
Fall schildern
Wir rufen zurück und klären, was ansteht. Wer den Termin übernimmt, steht im Gespräch und danach schriftlich fest.


